Was ist bei einem Gaspreisvergleich zu beachten?

gasherdDer Gaspreis setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Den Löwenanteil machen die Kosten aus, die der Anbieter für Produktion, Import, Transport, Speicherung und Verteilung des Erdgases ansetzt. Auf diesen reinen Gaspreis werden von staatlicher Seite noch diverse Abgaben erhoben: Gassteuer, Mehrwertsteuer, Förderabgabe und Konzessionsabgabe. Alle Gasanbieter legen diese Kosten auf den Kunden um, doch können durch unterschiedliche kalkulatorische Gestaltungen und je nach Produktions- und Einkaufskosten deutliche Preisunterschiede auftreten.

Da der Gaspreis im Zuge der Ölpreisbindung über viele Jahrzehnte direkt an die Entwicklung des Ölpreises gekoppelt war, entwickelte sich der Gaspreis lange Zeit stetig nach oben und spiegelte nicht mehr die tatsächlichen Entstehungskosten wider. Erst im Jahr 2010 wurde vom Gesetzgeber die direkte Ölpreisbindung aufgehoben. Im Zuge der Marktliberalisierung und des damit einsetzenden Wettbewerbs kam es zu einer Stabilisierung des Gaspreises.

Mit einem Anbieterwechsel sollte nicht in Hoffnung auf fallende Gaspreise gewartet werden. Sinkende Gaspreise sind in den nächsten Jahren nicht zu erwarten, da die Nachfrage nach diesem sauberen Energieträger wächst. So wird Erdgas zunehmend auch im Kraftwerksbetrieb und für Industrieanlagen eingesetzt. Erdgas als Treibstoff für Kraftfahrzeuge ist umweltfreundlich und steuerbegünstigt, so dass auch aus diesem Bereich mit zunehmendem Bedarf zu rechnen ist. Politische Konstellationen können gegebenenfalls zu Importbeschränkungen führen, was auf Grund der Verknappung die Preise erhöhen würde. Auch steht der im Zuge der Energiewende beschlossene kostenträchtige nationale Gasnetzausbau erst an. Wer seine Gaskosten senken möchte, ist also gut beraten, sich in einem der Vergleichsportale zu informieren.

Um neue Kunden zu gewinnen, belohnen Gasanbieter den Wechsel oft mit einer Prämie oder anderen Vergünstigungen. Vergleichsportale bieten oft zusätzlich eine Gutschrift oder einen anderen Bonus wie einen Einkaufsgutschein an. Die vom Energieanbieter gewährte Gutschrift wird allerdings meist erst nach Ablauf des ersten Vertragsjahres gezahlt. Bei allen Boni handelt sich um einmalige Leistungen, die im zweiten Jahr wegfallen. Daher ist für einen aussagekräftigen Preisvergleich der reine Gaspreis ohne Gutschriften heranzuziehen.

Interessant für viele Kunden dürfte eine Preisgarantie sein, die von vielen Anbietern über einen Zeitraum von meist 1 – 3 Jahren gewährt wird. Die Preisgarantie schließt allerdings keine staatlichen Abgaben ein und wird nur auf den reinen Gasanteil gewährt. Bei einer Erhöhung von Abgaben und Steuern kann daher gegebenenfalls dennoch eine Preiserhöhung eintreten.

Für den Vergleich von Gasanbietern sollten nur Produkte gleicher Laufzeit miteinander verglichen werden. Üblicherweise sind längere Laufzeiten mit günstigeren Konditionen verbunden. Die meisten Verträge haben jedoch eine Laufzeit von 12 Monaten, so dass ein Anbieterwechsel nach einem Jahr erneut möglich ist.

Neben dem Preis kann es noch andere Wechselkriterien geben. Vielen Verbrauchern ist auch die Umweltverträglichkeit des Gasprodukts oder ein lokaler Bezug wichtig. Daneben spielt auch die Servicequalität eine Rolle. Bei Vertragsfragen ist es gut zu wissen, umgehend einen kompetenten Ansprechpartner zu haben. Die Kontaktmöglichkeiten sollten daher vorab geprüft werden. Eine kostenlose Service-Hotline und eine schnelle Reaktion auf E-Mails lassen auf ein kundenorientiertes Unternehmen schließen. Ein Blick auf den Auftritt des Unternehmens im Web, auf Facebook oder Twitter lassen gute Rückschlüsse auf Erreichbarkeit und den Service allgemein zu. Im mobilen Zeitalter ist auch eine App ein nützliches Instrument, um Informationen abzurufen und in Kontakt zu treten.

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